Ist ein Screenshot deiner Seed-Phrase auf dem Handy sicher?
Kurz gesagt. Nein. Ein Screenshot oder Foto deiner Seed-Phrase (auch Wiederherstellungsphrase genannt) ist auf keinem Handy sicher, in keiner App, egal von wem deine Wallet ist. Wenn du schon eins hast, stehen die Schritte unten. Wenn die Phrase trotzdem aufs Handy soll, gibt es einen Weg ganz ohne Bild.
Ist ein Screenshot der Seed-Phrase sicher?
Eine Seed-Phrase sind die 12 oder 24 Wörter, die deine Krypto-Wallet öffnen. Manche Wallets nennen sie Wiederherstellungsphrase oder geheime Wiederherstellungsphrase. Wer die Wörter sieht, kann das Geld in dieser Wallet nehmen, und eine gestohlene Überweisung lässt sich nicht rückgängig machen.
Ein Bild dieser Wörter verbreitet sich leicht:
- Fotos und Screenshots werden in die Cloud und auf deine anderen Geräte kopiert. Laut dem Leitfaden von Trust Wallet werden sie bei Diensten wie iCloud Fotos und Google Fotos gesichert und zwischen Geräten synchronisiert.
- Eine schädliche App kann sie lesen. Derselbe Leitfaden warnt: Malware kann den Speicher eines Handys nach Bildern durchsuchen und mit Texterkennung Seed-Phrasen auslesen.
- Jeder, der dein Handy auch nur eine Minute entsperren kann, sieht das Bild. Trezor sagt es klar: Fotografiere die Wiederherstellungsphrase nie und gib sie nie an einem Computer oder Handy ein.
- Ein Handy kann verloren gehen, kaputtgehen oder gestohlen werden. Wenn die Wörter nur dort sind, ist die Wallet mit weg.
So bewahrst du eine Seed-Phrase sicher auf
Schreib sie von Hand auf Papier oder auf eine Metallplatte, Wörter in der richtigen Reihenfolge. Bewahre sie offline auf, an einem Ort, zu dem nur du Zugang hast. Mach eine zweite Kopie und lege sie woanders hin. Speichere sie nicht in Notizen, E-Mail, Messengern oder Cloud-Speichern: Das ist dasselbe Problem wie beim Screenshot. Zuerst gilt die Anleitung deines Wallet-Herstellers.
Schon einen Screenshot gemacht? So gehst du vor, in dieser Reihenfolge
- Bleib ruhig und überweise nichts in Eile.
- Prüfe dein Handy auf Verdächtiges, zum Beispiel Apps, die du nicht installiert hast. Findest du etwas, erstelle die neue Wallet auf einem anderen, sauberen Gerät.
- Erstelle eine neue Wallet. Sie bekommt eine neue Phrase: Schreib sie auf Papier.
- Verschiebe dein Geld auf die neue Wallet, nach den Schritten deines Wallet-Herstellers.
- Jetzt lösche das alte Bild überall: in der Galerie, im Papierkorb, in Cloud-Backups, auf anderen Geräten, in Messengern.
Lösche die alte Phrase nicht, bevor dein ganzes Geld umgezogen ist, in allen Netzwerken, die du nutzt.
Seed-Phrase auf dem Android-Handy? Bewahre sie als Wörter auf, nicht als Bild
ZeroBox hat dafür den Bereich Keys. Er speichert kein Foto, sondern die Wörter selbst, mit AES-256 verschlüsselt im Tresor. Die App hat keine Internetberechtigung, sie kann also nichts nach außen senden. Das kannst du selbst prüfen.
Du tippst die Wörter mit Vorschlägen ein, und die meisten Tippfehler fallen sofort auf. Oder du hältst die Kamera auf eine gedruckte Phrase, und das Handy liest sie ein.
Dann wählst du, wie sie geschützt wird.
Einfach speichern. Die Phrase liegt verschlüsselt im Handy. Um sie anzusehen, gibst du jedes Mal deine PIN ein, auch wenn der Tresor schon offen ist. Es gibt keinen Kopieren-Knopf, die Wörter landen also nie in der Zwischenablage.
Fortress (verstärkter Schutz). ZeroBox teilt die Phrase in drei Teile. Beliebige zwei Teile stellen sie wieder her, ein Teil allein zeigt nichts. Ein Teil bleibt im Handy, die anderen zwei schreibst du auf Papier. Danach ist die ganze Phrase gar nicht mehr im Handy, und selbst ein Dieb mit deinem entsperrten Handy findet nichts Brauchbares.
Screenshots sind in ZeroBox gesperrt, du kannst die Phrase also nicht aus Versehen festhalten, solange sie auf dem Bildschirm steht.
Für große Summen nimm Fortress. Für eine kleine Wallet reicht das einfache Speichern. Später kannst du vom einfachen Speichern auf Fortress wechseln.
ZeroBox versteckt außerdem deine Fotos und Videos hinter einer PIN. Siehe Fotos und Videos auf Android verstecken.
